Sonntagstipp 11.09.2021

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Kreiszeitung Verden Aller 24.08.2021

Jessica Klawitter-Steimke:

Aus meiner eigenen Erfahrung als Mutter weiß ich noch gut, wie ich versucht habe, erstmal Orientierung zu finden, welcher Weg der richtige ist. Und so oft hörte ich, "vertraue einfach deinem Bauchgefühl". Doch das allein war nicht der Schlüssel zu einer entspannten und glücklichen Eltern-Kind-Beziehung.

Ein Elternkurs stärkt Eltern

Irgendwie hat mich das Thema Eltern-Kind-Beziehung dann gepackt - ich bin auf Entdeckungsreise gegangen. Habe viel gelesen und unterschiedliche Elternkurse besucht. Der Elternkurs vom Kinderschutzbund hat mich dann absolut überzeugt, da hier nicht nur theoretisches Wissen vermittelt wird, sondern sehr praxisnah an den eigenen Werten und Themen gearbeitet wird - letztlich war es die Sicherheit, die für mich entscheidend war um in meiner Rolle als Mutter wirklich anzukommen. Und es ist auch jetzt noch ein ständiges Wachsen, denn wir entwickeln uns als Eltern gemeinsam mit unseren Kindern weiter.

Jeder hat alle Fähigkeiten um seinen eigenen Weg zu finden

Seit meiner Ausbildung als systemischer Coach arbeite ich in meiner Praxis mit Eltern und Familien mit der Haltung, jeder hat alle Ressourcen, also Fähigkeiten, seinen individuellen Weg zu finden. Auch hier spielen die eigenen Werte und Erfahrungen eine große Rolle.

Unsere Kinder brauchen Orientierung

In den Elternkursen ergänzen wir diese praxisorientierte Arbeit um wertvolle Impulse aus der bindungsorientierten Pädagogik. Denn unsere Erfahrung ist, Wissen schafft Wahlmöglichkeiten und in Verbindung mit den eigenen Werten auch Klarheit und Orientierung. Kinder brauchen diese Orientierung von ihren Eltern. Der bekannte Familientherapeut und Buchautor Jesper Juul nutzte dafür den Vergleich mit dem „Leuchtturm“, mit dem wir unseren Kindern den Weg leuchten, die Autorin Nora Imlau spricht vom Familien-Kompass als Orientierung. Wie immer wir unsere Elternrolle leben, wichtig ist, dass wir die Verantwortung übernehmen und gleichzeitig die Bedürfnisse unserer Kinder sehen.

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Bindungsorientierte Pädagogik heißt die Bedürfnisse der Kinder lesen lernen

Kinder wollen ihre Autonomie (Selbstbestimmung) ausleben und gleichzeitig die Sicherheit von ihren Bezugspersonen spüren. Das dritte emotionale Grundbedürfnisse von Kindern ist, in Verbindung zu sein - mit ihren Eltern, Geschwistern, Großeltern, anderen Betreuungspersonen oder mit ihren Freunden. Oft können sie diese Bedürfnisse noch nicht selbst deuten. Was wir dann erleben, ist ihr (auffälliges) Verhalten, wie hauen, weinen, etwas kaputt machen, nicht einschlafen können, provozieren etc. Und dies ist manchmal ganz schön kraftraubend. Für eine gute Eltern-Kind-Beziehung lohnt es sich zu verstehen, was hinter dem Verhalten verborgen ist, welche Bedürfnisse nicht befriedigt sind. Der Umgang mit der "Lupe" um die Bedürfnisse zu erkennen, braucht etwas Übung, ist aber eine unglaublich wertvolle Art aus der bindungsorientierten Pädagogik. Diese "Lupe" erhältst Du als ein Werkzeug im Elternkurs, für ein harmonisches Familienleben. Denn spätestens in der Pubertät, wenn die Einflussnahme von uns Eltern sinkt, bleibt letztendlich die Bindung bzw. die Beziehung, die optimalerweise auf Vertrauen beruhe.

Kinder besser verstehen, für ein gelassenes und positives Miteinander im Familienalltag - unser Herzensthema

Durch meine Ausbildung als systemischer Coach sowie durch die Qualifizierung als Kursleiterin beim Kinderschutzbund und weiteren Elternkursen bin ich heute sicher, dass jeder für sich einen individuellen Weg entdecken darf. Diese Erfahrungen möchte ich in Elternkursen mit den Eltern teilen, die sich auf den Weg machen wollen, ihre Kinder bindungs- und beziehungsorientiert zu begleiten.

 

Mit meinen beiden Kolleginnen Catarina Weidner und Jana Petersen habe ich ein wertvolles Kurskonzept zusammengestellt. Catarina mit ihrer Erfahrung als Mutter und Lehrerin an der IGS, Jana als Mutter, Stoffwindelberaterin und pädagogische Mitarbeiterin im Waldkindergarten und ich bieten Eltern in unseren Kursen hilfreiches Hintergrundwissen um ihre Kinder besser zu verstehen.

Catarina Weidner ergänzt:

In unseren Kursen freuen wir uns auf Begegnungen in einer absolut wertfreien Umgebung. Wir möchten Eltern einen Raum bieten, in dem sie sich öffnen können. Es geht uns darum Familien zu stärken und ihnen Impulse zu geben mit deren Hilfe sie den Familienalltag gelassener bewältigen können. Im Elternkurs haben die Eltern auch Zeit den Blick auch auf ihr Inneres zu richten um Stabilität für sich und ihre Familie zu erlangen. Wir erarbeiten gemeinsam Möglichkeiten, wie ein achtsames Miteinander in der Familie gelingen kann und geben Raum für Erfahrungsaustausch.

 

Jana Petersen erzählt über ihre eigenen Entwicklungsprozesse als Mutter:

Für mich ist Elternschaft ein Entwicklungsprozess. Als ich zum ersten Mal schwanger war, dachte ich noch, dass man Kinder schreien lassen muss. Das wurde mir einfach bis dahin, mein Leben lang von meinem Umfeld vermittelt. Ein Buch das ich geschenkt bekam, änderte meinen Blickwinkel und ich begann, meine Glaubens-sätze genauer anzuschauen und meine Haltung zu definieren. Im Elternkurs bekommen die Teilnehmer einen Raum und Impulse zur Reflektion und können mit anderen Eltern in den Austausch gehen.

Wir werden mit ausreichend Abstand und einem guten, Lüftungs- und Hygiene-Konzept zusammenkommen. Auch wir halten uns bei unseren Kursterminen an die  3G-Regel: Geimpft, genesen oder selbst getestet.

 

In Zukunft in Thedinghausen - ein “Ort für Familien”

Und über den Elternkurs hinaus, wollen wir in Thedinghausen noch mehr für Familien etablieren. In Zukunft soll in Thedinghausen ein „Ort für Familien“ entstehen. An diesem Ort soll ein Konzept für Familien das schon vorhandene Angebot, wie Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse, Krabbelgruppe und Elternkurse, noch ergänzen. Vorstellen können die Drei sich dafür unterschiedliche Kinder- und Elternangebote, wie z. B. DELFI oder Pekip, Kinderyoga, Stillberatung, Stoffwindelberatung, Eltern-Kinder-Treffen, Eltern-Workshops etc.